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Arthur Oswald (1932 - 1991) hat als Privatperson in Luzern auf dem Dietschiberg (644 m) eine Modellanlage der Gotthardbahn im Maßstab 1:10 gebaut und betrieben. Der Ingenieur Arthur Oswald begann damit 1932 und beendete sie kriegsbedingt erst 1951. Bereits 1936, konnte Oswald die erste Ausbaustufe der Anlage - inklusive Lokomotiven und Rollmaterial - der Öffentlichkeit vorführen. Sein Ziel 427 m Doppelspurstrecke erreichte er erst viel später. Die Gleise hatten eine Spurweite von 144 mm, massiv verlegt im freien Gelände (bei seinem Wohnhaus). Das sind zwei Tunnel und ein Bahnhof in diesem Maßstab.

Man beachte die Person auf der Fußgängerbrücke

Die Streckenführung war eine Art gebogener Hundeknochen mit an beiden Enden angeordneten Kehrtunnels, ähnlich wie bei der Gotthardbahn. Der Südkehrtunnel mass 98 m Länge mit einem Radius von 14 m und lag in einer durchgehenden Steigung von 30 Promillen. Die Tunnel mussten zum Teil aus dem Fels gesprengt werden und hatte eine Arbeitshöhe bis zu 2 m bei 90 cm Weite.

Dort fuhren drei E-Loks mit den Luxuszug-Wagen, auch als Güterzug. Die Fahrzeuge hat der arbeitslose aber nicht arme Ingenieur Oswald selber konstruiert und gebaut. Sie waren wohl als Touristenattraktion gedacht. Fünf Lokomotiven und die dazugehörenden Wagen wurden in seiner Werkstatt hergestellt. Die Lokomotiven wurden von je vier Motoren angetrieben, die in jedem Triebfahrzeug eine Gesamtleistung von 3 PS entwickelten.

Durch diese Motorleistung war es möglich, Züge mit einem Gewicht bis 500 kg mit einer Geschwindigkeit von 22 km/h zu befördern. Das war eine Geschwindigkeit, die massstäblich weit über derjenigen des Vorbilds lag. Sie war aus Rücksicht auf die Betrachter gewählt worden.

Die Loks wurden mit 220 V Einphasen-Wechselstrom aus der Oberleitung versorgt (! , das verhindert natürlich eine Nutzung als Garten- oder Spielbahn). Die vier Motoren wurden mit maximal 65 V gespeist, die sie aus einem Transformator in der Lok bezogen. Dies erklärt das grosse Gewicht der Lokomotiven von fast 200 kg. Die Lokomotiven waren den SBB Maschinen des Typs Ae 4/7, Be 4/6 und Ae 6/6 nachempfunden.

Die Anlage wurde um 1980 eingestellt, abgebaut und zum Teil dem Verkehrshaus der Schweiz in Luzern übergeben, denn …

Irgendwann kam alles zusammen: Brand eines Ausflugslokals in der Nähe (26. April 1977). Alter. Einstellung der früher beliebten Ausflugsbahn, einer Standseilbahn, zum Lokal (zum 30. September 1978). Die Modelleisenbahnanlage Dietschiberg musste schließlich einem Golfplatz weichen.

Bestrebungen in den achtziger und neunziger Jahren, die Standseilbahn aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken und in der Bergstation die öffentliche Gastronomie auf dem Berg wieder aufleben zu lassen, blieben ohne Erfolg.


  • Thomas Bauer: Modelleisenbahn im Maßstab 1:10 auf dem Dietschiberg, das techn. Meisterwerk des Arthur Oswald. In: Gartenbahnen, 2001, II 4, S. 6-24
  • Claudia Hermann: Schweizer E- und Bergidylle im Privatgarten. Me der ersten Hälfte des 20. Jahrhuderts. In xxx , S. 21-39

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